Seit 1877. Die Geschichte der Fotografenfamilie Heimhuber
Aus einem kleinen Fotoatelier in Sonthofen entstand über fünf Generationen hinweg eine außergewöhnliche Familiengeschichte. Als Fotografen, Alpinisten und Unternehmer dokumentierten die Heimhubers die Alpenwelt und schufen ein einzigartiges fotografisches Erbe.
Die Anfänge einer fotografischen Tradition
Im Jahr 1876 kommt der Fotografengeselle Joseph Heimhuber aus Rögling nach Sonthofen und eröffnet das erste Fotoatelier im Allgäu. Seine ersten Aufträge sind Portraitaufnahmen. Fotografiert wird damals vor allem sonntags, wenn die Menschen ihre beste Kleidung tragen und die Licht- und Wetterverhältnisse es zulassen.
Als einziger Fotograf der Region dokumentiert Joseph Heimhuber schon bald nicht nur Familien und Einzelpersonen, sondern auch Veranstaltungen, Feste und offizielle Anlässe. So entstehen einzigartige Zeitdokumente einer ganzen Region.
Der erste Eintrag im erhaltenen Auftragsbuch stammt aus dem Jahr 1877. Die erste namentlich erfasste Kundin ist Ludwina Näher aus Imberg. In den folgenden hundert Jahren werden mehr als 25.000 Menschen im Fotohaus Heimhuber porträtiert – der Beginn einer außergewöhnlichen fotografischen Tradition, die bis heute fortgeführt wird.
Fotografen, Alpinisten, Pioniere und Unternehmer
Über Generationen hinweg verband die Familie Heimhuber drei Leidenschaften: die Liebe zur Fotografie, die Faszination für die Berge und den Mut, neue Wege zu gehen. Diese einzigartige Kombination prägt unser Unternehmen bis heute.
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Alpinisten & Pioniere
Die Heimhubers waren nicht nur Fotografen, sondern auch leidenschaftliche Bergsteiger und Skipioniere der Region. Viele historische Aufnahmen entstanden auf Touren und Erstbegehungen in den Alpen – oft unter anspruchsvollen Bedingungen und mit schwerer Ausrüstung.
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Fotografen
Mit Gespür für Licht, Landschaft und den richtigen Moment dokumentierten die Fotografen Heimhuber seit 1877 das Leben in den Alpen. So entstand über Generationen hinweg ein einzigartiger fotografischer Schatz.
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Unternehmer
Fünf Generationen führten das Unternehmen durch Zeiten des Wandels – von den Anfängen der Fotografie über das analoge Zeitalter bis in die digitale Gegenwart. Dabei blieb eines stets gleich: die Leidenschaft für außergewöhnliche Bilder.
Joseph Heimhuber - Pionier der Landschaftsfotografie
Mit Joseph Heimhuber beginnt 1876 die Geschichte des Fotohauses Heimhuber. Als Fotograf, Unternehmer und Bergpionier prägte er die Fotografie im Allgäu weit über seine Zeit hinaus.
Joseph Heimhuber
Der Gründer
Im Jahr 1876 kommt der Fotografengeselle Joseph Heimhuber, geb. 1853 in Rögling, nach Sonthofen und eröffnet das erste Fotoatelier im Allgäu. Seine ersten Aufträge sind Portraitaufnahmen. Fotografiert wird nur sonntags, wenn die Leute ordentlich im "Sonntagsgewand" gekleidet sind
und wenn die Licht und Wetterverhältnisse es zulassen.
Erste Rappenseehütte 1886
Frühe Hochgebirgsfotos
Joseph gilt als Pionier der Landschaftsfotografie im Allgäu: Mit Hilfe mehrerer Trägern schleppt er im Jahr 1882 sein Dunkelkammerzelt samt 13x18- Fotoausrüstung auf den Mädelegabelferner, um von dort aus erste Hochgebirgsaufnahmen zu machen. Im Rahmen des Nassverfahrens muss er die Platten noch im Zelt mit lichtempfindlicher Emulsion versehen. Nach dem Fotografieren werden die noch nassen Platten belichtet und an Ort und Stelle im Zelt entwickelt.
Auszug 100-jahrs Chronik
Der Postkartenverlag
1882 legt Joseph Heimhuber den Grundstein für den damals größten Ansichtskartenverlag Deutschlands. Über viele Jahrzehnte hinweg wurden Millionen von Heimhuber- Postkarten in alle Welt versendet.
Original Schild
Königlich Bayerischer Hofphotograph
Joseph begleitet Prinzregent Luitpold als Fotograf bei seinen zahlreichen Jagdausflügen im Hintersteiner Tal und Oberstdorf. Für seine guten Dienste wird er vom Regenten zum königlich bayerischen Hofphotograph ernannt.
Fritz und Eugen Heimhuber - Die zweite Generation
Fotografen. Alpinisten. Skipioniere.
Fritz und Eugen Heimhuber gehörten zu einer Generation von Bergsteigern, die die Alpen noch weitgehend ohne technische Hilfsmittel erkundeten. Als leidenschaftliche Fotografen dokumentierten sie die Bergwelt mit ihren Menschen, Landschaften und Gipfeln. Gleichzeitig zählten sie zu den frühen Skipionieren des Oberallgäus und prägten die Entwicklung des Skisports in der Region entscheidend mit.
Fritz Heimhuber senior
Fritz leitet das Unternehmen in zweiter Generation gemeinsam mit seinem Bruder Eugen. Er war leidenschaftlicher Fotograph, begeisterter Bergsteiger, Kletterer und Skisportler. Seine Ski- Erstbegehung des Nebelhorns im Jahr 1901 zusammen mit Dr. Madlener gilt als unglaubliche Pionierleistung.
Wie sein Vater ist Fritz ein "Mächler" und Erfinder. Er meldet mehrere Patente an, unter anderem den Skistock-Teller aus Metall. Seine erste Skiausrüstung bestehend aus Skiern, Bindung und Skistock baut er sich 1897 komplett selbst. Im "Skihäusl" in Sonthofen leitet er seine Skifabrikation und geht mit seinen Erfindungen sogar auf Wintersportmessen.
Eugen Heimhuber senior
Gemeinsam mit seinem Bruder Fritz führt Eugen Heimhuber das Fotohaus in zweiter Generation. Als leidenschaftlicher Fotograf und Alpinist widmet er sich vor allem der Landschafts- und Hochgebirgsfotografie. Viele Wochen des Jahres verbringt er auf Berghütten und in den Alpen, um neue Motive festzuhalten.
Neben der Leitung des Oberstdorfer Geschäfts und des Ansichtskartenverlags erweitert Eugen Heimhuber das Archiv im Laufe seines Lebens um rund 18.000 Aufnahmen – eine beeindruckende Leistung in einer Zeit, in der jede Fotografie mit schwerer Plattenkamera und großem technischem Aufwand entstand.
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Fritz Heimhuber auf Skitour 1905
Zu einer Zeit, als der Skisport noch in den Kinderschuhen steckte, gehörten die Heimhubers zu den Wegbereitern des Skifahrens im Oberallgäu. Ihre Touren und Aufnahmen dokumentieren die Anfänge einer neuen Bewegung in den Alpen.
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Eugen Heimhuber auf der Höfats 1903
Als begeisterte Bergsteiger und Bergführer waren Fritz und Eugen Heimhuber stets in den Alpen unterwegs. Viele ihrer Touren führten weit über das Allgäu hinaus in die Alpenregionen Österreichs und der Schweiz.
Skitour am Sonnenkopf 1902
Erste Skitour zum Himmeleck 1901
Skiausflug ca. 1915
Skitour am Widderstein 1911
Fritz und Luise bein Sonntagsausflug 1900
Fritz Heimhuber jun. - Die dritte Generation
Nach seiner Ausbildung bei seinem Onkel Eugen Heimhuber und einer fotografischen Tätigkeit an der Heereshochgebirgsschule während des Zweiten Weltkriegs tritt Fritz Heimhuber jun. 1948 als Gesellschafter in das Unternehmen ein. Bereits ein Jahr später legt er die Meisterprüfung ab und führt das Fotohaus Heimhuber in die dritte Generation.
Fritz Heimhuber jun. zählt zu den bedeutendsten Bergfotografen seiner Zeit. Seine große Leidenschaft gilt der Landschafts- und Hochgebirgsfotografie. Als Alpinist und Mitglied des exklusiven Alpenclubs Berggeist bereist er mit seiner Familie und bekannten Bergsteigern die Alpenwelt.
In den Allgäuer und Lechtaler Alpen, den Dolomiten sowie an Bergen wie dem Matterhorn, dem Mont Blanc und dem Gran Paradiso entstehen einzigartige Landschafts- und Hochgebirgsaufnahmen. Viele seiner Fotografien werden in Büchern veröffentlicht und bilden heute einen wesentlichen Teil des Heimhuber Archivs.
Unterwegs mit den Größen des Alpinismus
Als Mitglied des exklusiven Alpenclubs Berggeist war Fritz Heimhuber jun. mit einigen der bekanntesten Bergsteiger seiner Zeit unterwegs. Zu seinem Freundeskreis gehörten Persönlichkeiten wie Luis Trenker und Anderl Heckmair. Gemeinsam erkundeten sie die Alpen und teilten die Leidenschaft für Bergsteigen und Fotografie.
Bekannte Werke von Fritz jun.
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Spektakuläre Hochgebirgsaufnahme aus dem Mont-Blanc-Massiv
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Eines der bekanntesten Motive von Fritz Heimhuber jun.
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Die Dolomiten gehörten zu seinen bevorzugten Fotorevieren.
Ein Archiv entsteht
Was 1877 mit den ersten Portraitaufträgen begann, entwickelte sich über drei Generationen hinweg zu einem einzigartigen fotografischen Lebenswerk. Joseph Heimhuber, Fritz und Eugen Heimhuber sowie Fritz Heimhuber jun. dokumentierten über Jahrzehnte Landschaften, Menschen, Brauchtum, Bergsport und den Wandel der Alpenregion.
Aus ihren Arbeiten entstand ein außergewöhnlicher Bestand aus Glasplatten, Negativen, Dias und Fotografien. Hunderttausende Aufnahmen erzählen von den Bergen, den Menschen und dem Leben in den Alpen.
Bis heute bildet dieses fotografische Erbe die Grundlage des Heimhuber Archivs und der Edition Heimhuber.
Foto: erstes Auftragsbuch der Firma Heimhuber
Das Vermächtnis von Generationen
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Menschen
Vom ersten Portrait im Jahr 1877 bis zu Alltag, Brauchtum und Festen dokumentieren die Aufnahmen das Leben der Menschen in der Alpenregion über mehr als ein Jahrhundert hinweg.
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Berge
Die Leidenschaft der Familie Heimhuber für die Bergwelt spiegelt sich in unzähligen Landschafts- und Hochgebirgsaufnahmen wider – von den Allgäuer Alpen bis zu den großen Gipfeln Europas.
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Geschichte
Die Fotografien zeigen die Entwicklung des Tourismus, die Anfänge des Skisports und den Wandel einer ganzen Region. Sie bewahren Erinnerungen, die sonst verloren wären.
Eugen & Claudia Heimhuber - Die vierte Generation
Über vier Jahrzehnte führten Eugen und Claudia Heimhuber das Familienunternehmen gemeinsam durch eine Zeit großer Veränderungen. Mit unternehmerischem Mut und Weitblick modernisierten sie das Fotohaus, bauten es gleich zweimal umfassend um und führten 1991 das erste Minilab im Allgäu ein.
Während die Fotografie den Wandel von analog zu digital erlebte, gelang es ihnen, das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Gleichzeitig erkannten sie den besonderen Wert des historischen Bildbestandes ihrer Vorfahren.
Mit der Ausstellungsreihe „Heimhuber – Die FotoPioniere im Allgäu“ legten Eugen und Claudia Heimhuber den Grundstein für die heutige Edition Heimhuber. Damit machten sie das fotografische Erbe der Familie erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Die fünfte Generation
Heute führt Magdalena Heimhuber das Familienunternehmen in fünfter Generation weiter. Aufbauend auf dem Lebenswerk ihrer Vorfahren verbindet sie die traditionsreiche Geschichte des Fotohauses mit den Möglichkeiten der Gegenwart.
Mit der Edition Heimhuber werden die historischen Fotografien der Familie bewahrt, digitalisiert und erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Aus den Aufnahmen von vergangenen Generationen entsteht so eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Was einst mit einem kleinen Fotoatelier in Sonthofen begann, lebt heute als einzigartiges fotografisches Erbe der Alpenregion weiter.
Ein fotografisches Erbe für die Zukunft
Aus den Aufnahmen von Joseph Heimhuber, Fritz und Eugen Heimhuber sowie Fritz Heimhuber jun. entstand eines der bedeutendsten historischen Bergbildarchive der Alpenregion. Heute wird dieses fotografische Erbe bewahrt, digitalisiert und für kommende Generationen zugänglich gemacht.
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Öffnungszeiten
Di – Fr
09:30 – 12:30 Uhr
Mi & Fr zusätzlich
15:00 – 17:00 Uhr
Montag & Samstag geschlossen
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Adresse & Kontakt
Fotohaus Heimhuber
Bahnhofstraße 1 (im 1. Stock)
87527 Sonthofen👉 Eingang über die Hausrückseite
Telefon
E-Mail